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Lexoffice vs Debitoor 2026: für wen sich welche Lösung lohnt

Markus Hoffmann

Markus Hoffmann

• Aktualisiert am 13. April 2026 • 6 Min. Lesezeit
Lexoffice vs Debitoor 2026: für wen sich welche Lösung lohnt

Warum sich dieser Vergleich nicht einfach beantworten lässt

Lexoffice und Debitoor (inzwischen SumUp Invoices) werden im Netz oft als Konkurrenten dargestellt. Das waren sie vielleicht 2020 — heute sind es grundverschiedene Produkte. Debitoor wurde 2022 von SumUp übernommen und auf Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung reduziert. Lexoffice hat sich zur vollwertigen Buchhaltungssoftware entwickelt. Dieser Vergleich klärt, für wen sich 2026 welche Lösung lohnt und wo die Grenzen liegen.

Ich habe Debitoor 2023 vier Monate lang genutzt (noch vor der SumUp-Integration) und Lexoffice parallel sechs Monate. Nach der Übernahme habe ich SumUp Invoices erneut getestet. Meine Einschätzung basiert auf insgesamt 14 Monaten praktischer Erfahrung mit beiden Tools.

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Zum Vergleich 2026 →

Lexoffice 2026: was das Tool kann

Lexoffice von Lexware ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware für Selbständige, Freelancer und kleine Unternehmen. Das Tool deckt den gesamten Buchhaltungsprozess ab: Rechnungen schreiben, Belege erfassen, Bankabgleich, UStVA über ELSTER, EÜR erstellen und an den Steuerberater exportieren.

Stärken: Intuitive Oberfläche, die auch Buchhaltungs-Neulinge nicht überfordert. Die Einrichtung dauert unter 15 Minuten. ELSTER-Anbindung funktioniert zuverlässig (nach den Problemen 2024 wurde die Schnittstelle komplett überarbeitet). Integrierte Lohnabrechnung für bis zu 50 Mitarbeiter. DATEV-Export für den Steuerberater.

Schwächen: Die OCR-Belegerfassung liegt mit 84 % Genauigkeit leicht unter SevDesk. Die mobile App ist gut, aber nicht die schnellste. Individuelle Anpassungen der Rechnungsvorlagen sind begrenzt.

Tarife (Stand März 2026):
S (Rechnungen): 7,90 EUR/Monat — nur Rechnungsstellung, kein Banking, keine UStVA
M (Buchhaltung & Berichte): 16,90 EUR/Monat — Bankanbindung, Belegerfassung, UStVA, EÜR
L (Buchhaltung & Lohn): 24,90 EUR/Monat — wie M plus Lohnabrechnung
XL (Alles): 34,90 EUR/Monat — wie L plus erweitertes Reporting

SumUp Invoices (ex-Debitoor) 2026: was übrig geblieben ist

Nach der Übernahme durch SumUp hat sich der Fokus komplett verschoben. SumUp Invoices ist kein Buchhaltungstool mehr — es ist ein Rechnungs- und Zahlungstool, das nahtlos in das SumUp-Ökosystem (Kartenterminals, Online-Shop, Geschäftskonto) integriert ist.

Was SumUp Invoices kann: Rechnungen erstellen und versenden, Zahlungserinnerungen automatisieren, Zahlungen über SumUp-Kartenterminals oder Online-Link entgegennehmen, einfache Einnahmen-/Ausgabenübersicht.

Was SumUp Invoices NICHT mehr kann: Vollständige Buchführung, automatische Belegerfassung mit OCR, ELSTER-Anbindung, UStVA erstellen, EÜR generieren, DATEV-Export, Bankabgleich mit externen Konten.

Tarife (Stand März 2026):
Free: 0 EUR/Monat — bis zu 25 Rechnungen/Monat, SumUp-Branding
Plus: 9 EUR/Monat — unbegrenzte Rechnungen, eigenes Branding, Zahlungserinnerungen
Pro: 19 EUR/Monat — wie Plus, dazu wiederkehrende Rechnungen, Angebote, Berichte

Direktvergleich: Lexoffice vs SumUp Invoices

Funktion Lexoffice M SumUp Invoices Plus
Rechnungen erstellen Ja (unbegrenzt) Ja (unbegrenzt)
Belegerfassung (OCR) Ja (84 %) Nein
Bankanbindung Ja (4.000+ Banken) Nur SumUp-Konto
ELSTER / UStVA Ja Nein
EÜR erstellen Ja Nein
DATEV-Export Ja Nein
Lohnabrechnung Ab Tarif L Nein
Kartenzahlung entgegennehmen Nein Ja (SumUp Terminal)
Online-Zahlungslinks Nein Ja
Preis/Monat 16,90 EUR 9,00 EUR

Für wen SumUp Invoices 2026 sinnvoll ist

SumUp Invoices hat seinen Platz — aber es ist ein Nischenprodukt. Es eignet sich für:

Dienstleister mit Vor-Ort-Zahlungen: Friseure, Handwerker, Physiotherapeuten, die mit dem SumUp-Terminal Kartenzahlungen entgegennehmen und direkt eine Rechnung erzeugen wollen. Die Integration Terminal → Rechnung → SumUp-Konto ist nahtlos.

Kleinunternehmer (§19 UStG) ohne Buchhaltungspflicht über EÜR: Wer weniger als 22.000 EUR Umsatz macht, keine Umsatzsteuer ausweist und seine Steuererklärung selbst oder mit WISO macht, braucht keine vollwertige Buchhaltungssoftware. SumUp Invoices reicht für die Rechnungsstellung.

Ergänzung zu einem bestehenden SumUp-Ökosystem: Wer bereits SumUp-Kartenterminals und das SumUp-Geschäftskonto nutzt, bekommt mit SumUp Invoices ein integriertes Rechnungstool, das die Daten zusammenführt.

Für wen Lexoffice die bessere Wahl ist

Für alle, die mehr brauchen als reine Rechnungsstellung — und das sind die meisten Selbständigen in Deutschland:

Umsatzsteuerpflichtige Selbständige: Ohne ELSTER-Anbindung und UStVA-Funktion ist SumUp Invoices für umsatzsteuerpflichtige Unternehmer praktisch unbrauchbar. Die UStVA muss jeden Monat oder jedes Quartal ans Finanzamt — das geht nur mit Lexoffice, SevDesk oder vergleichbarer Software.

Freelancer mit vielen Belegen: Wer regelmäßig Einkäufe tätigt und Belege digitalisieren muss, braucht die OCR-Belegerfassung und den Bankabgleich. SumUp Invoices bietet das schlicht nicht.

Wer einen Steuerberater hat: Der DATEV-Export ist für die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater unverzichtbar. Ohne DATEV muss der Steuerberater die Daten manuell erfassen — das kostet extra und ist fehleranfällig.

Was ehemalige Debitoor-Nutzer wissen müssen

Wenn du bis 2022 Debitoor genutzt hast, warst du wahrscheinlich zufrieden: Einfache Oberfläche, ordentliche Buchhaltung, faire Preise. Leider existiert dieses Produkt nicht mehr. SumUp Invoices ist ein anderes Tool mit anderem Fokus. Die Migration war für viele Debitoor-Nutzer schmerzhaft, weil Funktionen wie Belegerfassung, Bankabgleich und ELSTER ersatzlos gestrichen wurden.

Meine Empfehlung für Ex-Debitoor-Nutzer: Wechsel zu Lexoffice oder SevDesk. Beide bieten alles, was Debitoor konnte, und mehr. Die Einrichtung dauert unter 30 Minuten, und die historischen Daten kannst du per DATEV-Export oder manuell übernehmen.

Lexoffice vs SevDesk: die eigentliche Entscheidung

Wer zwischen Lexoffice und SumUp Invoices vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss, dass Lexoffice die umfassendere Lösung ist. Die relevantere Frage ist: Lexoffice oder SevDesk?

Kurzfassung: Lexoffice ist günstiger (16,90 vs 22,90 EUR/Monat), intuitiver beim Einstieg und hat eine integrierte Lohnabrechnung. SevDesk hat die bessere OCR-Belegerfassung, eine zuverlässigere ELSTER-Anbindung und keine Beleglimits. Für die meisten Freelancer sind beide gleichwertig. Details dazu in meinem Vergleichsartikel.

Zukunft von SumUp Invoices: wohin geht die Reise?

SumUp investiert stark in sein Ökosystem: Geschäftskonto, Kartenterminals, Online-Shop, Invoices. Die Strategie ist klar — SumUp will der All-in-one-Finanzpartner für kleine stationäre Händler und Dienstleister werden. Das ist eine andere Zielgruppe als Freelancer und wissensbasierte Selbständige.

Es ist möglich, dass SumUp in Zukunft Buchhaltungsfunktionen nachrüstet. Aber Stand 2026 gibt es keine Anzeichen dafür. Wer heute eine Buchhaltungslösung braucht, sollte nicht auf Features warten, die vielleicht nie kommen.

Mein Urteil

Lexoffice und SumUp Invoices sind 2026 keine echten Konkurrenten mehr. Lexoffice ist eine vollwertige Buchhaltungssoftware. SumUp Invoices ist ein Rechnungstool mit Zahlungsfunktion. Wer mehr als Rechnungen schreiben muss — also fast jeder Selbständige — braucht Lexoffice (oder SevDesk oder BuchhaltungsButler). SumUp Invoices hat seinen Platz bei Kleinunternehmern mit SumUp-Terminal und minimalem Buchhaltungsbedarf.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Debitoor 2026 noch?

Nein. Debitoor wurde 2022 von SumUp übernommen und in SumUp Invoices überführt. Die Debitoor-Marke existiert nicht mehr. Bestehende Debitoor-Konten wurden automatisch zu SumUp-Konten migriert. Viele Funktionen (Belegerfassung, Bankabgleich, ELSTER) wurden dabei gestrichen.

Kann ich SumUp Invoices und Lexoffice zusammen nutzen?

Ja, aber es gibt keine direkte Integration. Du müsstest Rechnungen aus SumUp manuell in Lexoffice importieren. Das ergibt selten Sinn — entweder du nutzt Lexoffice für alles (inklusive Rechnungsstellung) oder du nutzt SumUp Invoices standalone und überlässt die Buchhaltung dem Steuerberater.

Was ist die günstigste vollwertige Buchhaltungslösung für Freelancer?

Lexoffice M mit 16,90 EUR/Monat. Das ist der günstigste Tarif mit Bankanbindung, ELSTER, Belegerfassung und EÜR. Günstiger geht vollwertige Buchhaltung in der Cloud nicht — es sei denn, man nimmt Papierkram (ab 8 EUR/Monat, aber eingeschränktere Belegerfassung).

Lohnt sich SumUp Invoices für einen Online-Shop?

Nur wenn du ausschließlich über SumUp verkaufst und als Kleinunternehmer agierst. Für Online-Shops mit eigenem Shopsystem (Shopify, WooCommerce), PayPal und Banküberweisung ist SumUp Invoices zu eingeschränkt. Du brauchst eine Buchhaltungssoftware mit Bankabgleich und automatischer Belegerfassung — also Lexoffice, SevDesk oder BuchhaltungsButler.

Werden meine Debitoor-Daten in SumUp Invoices weiterhin gespeichert?

SumUp hat zugesichert, dass historische Debitoor-Daten im SumUp-Konto verfügbar bleiben. In der Praxis berichten einige Nutzer von fehlenden älteren Belegen und Buchungen. Mein Rat: Exportiere alle historischen Daten aus SumUp als CSV und speichere sie lokal. Verlass dich nicht darauf, dass SumUp die Daten dauerhaft vorhält — die Aufbewahrungspflicht liegt bei dir, nicht beim Anbieter.

Markus Hoffmann
Von Markus Hoffmann

Markus Hoffmann ist zertifizierter Buchhalter mit 18 Jahren Berufserfahrung in der Beratung von Freiberuflern und kleinen Unternehmen. Als langjähriger Partner mehrerer Steuerberatungskanzleien in Bayern hat er Hunderte von Unternehmern bei der Wahl ihrer Buchhaltungssoftware begleitet. Auf buchhaltung-test.com testet er unabhängig SevDesk, Lexoffice, Fastbill und weitere Lösungen für den deutschen Markt.

 ·  Zuletzt aktualisiert: 13. April 2026

Markus Hoffmann

Markus Hoffmann

Steuerberater und Buchhaltungsexperte

Steuerberater mit ueber 15 Jahren Erfahrung. Ich habe mehr als 20 Buchhaltungsprogramme getestet und teile hier meine Praxiserfahrung, um Ihnen bei der richtigen Wahl zu helfen.

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