18 Jahre Buchhaltungserfahrung haben mir eines gezeigt: Der beste Anbieter ist nicht der günstigste, sondern der passendste. Hier ist mein ehrlicher, unabhängiger Vergleich.
Beste Buchhaltungssoftware für Selbstständige 2025: 8 Programme im Test
Jedes Jahr werde ich von Mandanten gefragt, welche Buchhaltungssoftware sie verwenden sollen. Die Antwort ist 2025 differenzierter denn je: Es gibt mehr Anbieter, mehr Funktionen, mehr Versprechen. Und mehr Fallen.
Ich habe in den letzten drei Jahren acht Systeme mit echten Mandanten im Einsatz gehabt. Was folgt, ist keine Produktbroschüre, sondern eine steuerliche Bewertung nach den Kriterien, die in der deutschen Steuerwirklichkeit relevant sind.
Die Bewertungskriterien
- GoBD-Konformität (BMF-Schreiben 28.11.2019)
- ELSTER-Anbindung für USt-Voranmeldung (§ 18 UStG)
- DATEV-Export (Qualität der Buchungsstapel)
- Pflichtangaben Rechnung (§ 14 UStG)
- EÜR-Tauglichkeit (§ 4 Abs. 3 EStG) vs. doppelte Buchführung
- Preis/Leistung
- Benutzerfreundlichkeit für Laien
- Integrationen (Banken, E-Commerce, API)
Platz 1: SevDesk — Bestes Gesamtpaket für Freelancer
SevDesk hat sich in meiner Praxis als die zuverlässigste Kombination aus Preis, Funktion und Steuerkonformität erwiesen.
Stärken: GoBD-konformes Archiv, direkte ELSTER-Anbindung, sauberer DATEV-Export (SKR03/SKR04), REST-API für Automatisierung, solide OCR-Belegerfassung.
Schwächen: Keine integrierte Lohnabrechnung, Anlagenbuchhaltung nur rudimentär, kein Profi-Reporting.
Preis: ab 14 €/Monat, relevantes Paket mit ELSTER ca. 25 €/Monat
Für wen: Freelancer, Einzelunternehmer, kleine GbRs, EÜR-Rechner
Note: 1,8
Platz 2: Lexoffice — Stärkstes Paket mit Lohnabrechnung
Lexoffice kommt aus dem Lexware-Konzern und hat den Vorteil der integrierten Lohnabrechnung. Wer Mitarbeiter beschäftigt, ist hier besser aufgehoben als bei SevDesk.
Stärken: GoBD-konform (mit Wirtschaftsprüfer-Zertifikat), integrierte Lohnabrechnung (§ 38 EStG), einfache Bedienung, ELSTER-Anbindung.
Schwächen: Teurer als SevDesk, DATEV-Export qualitativ leicht hinter SevDesk, API weniger leistungsfähig.
Preis: ab 13 €/Monat, Vollpaket mit Lohn ca. 48 €/Monat
Für wen: Selbstständige mit Mitarbeitern, Dienstleister, Handwerk
Note: 2,0
Platz 3: DATEV Unternehmen online — Das Profi-System
DATEV ist der Goldstandard der deutschen Buchführung. Finanzämter, Banken und Steuerberater vertrauen DATEV — weil es seit Jahrzehnten der Standard ist.
Stärken: Tiefste GoBD-Konformität, vollständige doppelte Buchführung (§§ 238 ff. HGB), Anlagenbuchhaltung, Lohn, alle steuerlichen Sonderfälle.
Schwächen: Für Laien kaum bedienbar ohne Schulung, teuer (100–200 €/Monat), erfordert DATEV-Berater für Setup.
Preis: ca. 100–200 €/Monat (inkl. Steuerberatergebühren)
Für wen: Buchführungspflichtige GmbHs, größere Unternehmen, Mandanten mit komplexen Steuerverhältnissen
Note: 1,0 (Profis), 4,5 (Solo-Selbstständige)
Platz 4: FastBill — Gut für Rechnungen, schwach in der Buchhaltung
FastBill ist primär eine Rechnungssoftware. Für reine Rechnungssteller geeignet, aber nicht für vollständige GoBD-konforme Buchführung.
Stärken: Sehr einfache Rechnungserstellung, gute Abo-Verwaltung, Stripe-Integration.
Schwächen: Buchhaltungstiefe unzureichend, DATEV-Export qualitativ hinter SevDesk, ELSTER nur im teuersten Paket.
Preis: ab 12 €/Monat
Für wen: Freelancer mit wenig Buchungen, die hauptsächlich Rechnungen stellen
Note: 3,0
Platz 5: Papierkram — Der Einsteiger für Kleinunternehmer
Papierkram ist eine günstige Alternative für Kleinunternehmer (§ 19 UStG), die keine Umsatzsteuer ausweisen.
Stärken: Sehr einfach, günstig, für Kleinunternehmer ausreichend.
Schwächen: Keine ELSTER-Anbindung im Basispaket, DATEV-Export rudimentär.
Preis: ab 6 €/Monat
Note: 3,2
Platz 6: Debitoor — Internationale Plattform mit deutschen Schwächen
Debitoor (jetzt SumUp Invoices) kommt ursprünglich aus Dänemark. Die Anpassung an das deutsche Steuerrecht ist nicht vollständig.
Stärken: Internationaler Betrieb, Multi-Währung.
Schwächen: GoBD-Konformität nicht vollständig dokumentiert, ELSTER fehlt, DATEV-Export mangelhaft.
Preis: ab 9 €/Monat
Note: 3,8
Platz 7: Taxdoo — Speziallösung für E-Commerce
Taxdoo automatisiert die OSS-Meldungen (§ 3a UStG) für Online-Händler mit EU-weiten Umsätzen.
Stärken: Beste Lösung für EU-weite E-Commerce-USt-Compliance, OSS-Schnittstelle.
Schwächen: Kein Allround-Buchführungssystem, teuer für kleine Shops.
Preis: ab 49 €/Monat
Note: 1,5 (E-Commerce), 4,0 (allgemeine Buchführung)
Platz 8: Excel — Das rechtliche Risiko
Excel erfüllt nicht die GoBD-Anforderungen bezüglich Unveränderbarkeit. Spurlos geänderte Excel-Dateien sind ein Buchführungsmangel, der bei Betriebsprüfungen zu Hinzuschätzungen nach § 162 AO führen kann.
Note: Nicht empfehlenswert für buchführungspflichtige Unternehmen
Das große Ranking auf einen Blick
| Software | GoBD | ELSTER | DATEV | Lohn | Preis ab | Zielgruppe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| SevDesk | ✅ | ✅ | ✅✅ | ❌ | 14 €/M | Freelancer |
| Lexoffice | ✅✅ | ✅ | ✅ | ✅ | 13 €/M | KMU mit Personal |
| DATEV | ✅✅✅ | ✅ | — | ✅ | 100 €/M | Profis, GmbH |
| FastBill | ✅ | ⚠️ | ⚠️ | ❌ | 12 €/M | Rechnungssteller |
| Papierkram | ✅ | ⚠️ | ⚠️ | ❌ | 6 €/M | Kleinunternehmer |
| Debitoor | ⚠️ | ❌ | ❌ | ❌ | 9 €/M | International |
| Taxdoo | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ | 49 €/M | E-Commerce |
| Excel | ❌ | ❌ | ❌ | ❌ | 0 € | nicht empfohlen |
Meine Empfehlung
Für 90 Prozent meiner Mandanten ist SevDesk die richtige Wahl. Es ist günstig, GoBD-konform, hat eine funktionierende ELSTER-Anbindung und einen brauchbaren DATEV-Export. Wer Mitarbeiter hat, wechselt zu Lexoffice. Wer eine buchführungspflichtige GmbH führt, braucht DATEV.
[IMAGE: Rankingübersicht auf großem Monitor, professioneller Arbeitsplatz mit Buchhaltungsunterlagen, NO PEOPLE]
Häufig gestellte Fragen
Welche Buchhaltungssoftware ist die beste für Selbstständige in 2026?
sevDesk ist unsere Empfehlung für Freelancer und Kleinunternehmer: intuitive Bedienung, E-Rechnung-konform ab 2025 und günstiger Einstiegspreis ab 14€/Monat. lexoffice ist eine gute Alternative mit etwas mehr Funktionen für Unternehmen mit Mitarbeitern.
Gibt es kostenlose Buchhaltungssoftware in Deutschland?
Ja, Papierkram bietet eine kostenlose Version für Kleinunternehmer und Freiberufler. Die kostenlose Version umfasst bis zu 5 Rechnungen und 5 Angebote pro Monat. Für professionelle Buchhaltung empfehlen wir jedoch einen kostenpflichtigen Plan ab 8€/Monat.
Was ist der Unterschied zwischen sevDesk und lexoffice?
sevDesk ist einsteigerfreundlicher mit einer modernen Oberfläche und ist besonders für Einzelunternehmer geeignet. lexoffice bietet mehr Funktionen für Unternehmen mit Mitarbeitern, inklusive Lohnabrechnung. Beide sind DATEV-kompatibel und erfüllen die GoBD-Anforderungen.
Muss meine Buchhaltungssoftware E-Rechnung können?
Ab 2025 ist die E-Rechnung für B2B-Transaktionen in Deutschland verpflichtend. sevDesk, lexoffice und Papierkram unterstützen alle das ZUGFeRD- und XRechnung-Format. Stellen Sie sicher, dass Ihre Software diese Formate unterstützt, bevor Sie Ihre Wahl treffen.



