KURZ ZUSAMMENGEFASST

SevDesk integriert Amazon Seller Central und Shopify direkt
✅ Automatischer Import von Verkäufen, Gebühren und Erstattungen
✅ Deutsche USt-Voranmeldung via ELSTER vollständig abgedeckt
⚠️ EU-weite OSS-Compliance: Taxdoo als Ergänzung nötig bei EU-Umsätzen > 10.000 €
⚠️ Reverse Charge auf Amazon- und Google-Gebühren muss korrekt gebucht werden

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SevDesk für Online-Händler: Amazon und Shopify Buchhaltung automatisieren

Online-Handel hat steuerlich eine höhere Komplexität als reiner Dienstleistungsverkauf. Als Buchhalter mit E-Commerce-Mandanten erkläre ich, was SevDesk leistet — und wo Grenzen liegen.

Die steuerliche Ausgangssituation im E-Commerce

Deutsche Umsätze: Standard-Regelbesteuerung. 19% oder 7% USt, monatliche Voranmeldung via ELSTER. SevDesk deckt das vollständig ab.

EU-weite Umsätze (OSS): Seit Juli 2021 gilt das One-Stop-Shop-Verfahren. Wer mehr als 10.000 Euro netto jährlich an Endverbraucher in anderen EU-Ländern liefert, muss im Bestimmungsland die lokale USt abführen. Der OSS vereinfacht das durch eine zentrale Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern. SevDesk unterstützt das OSS-Verfahren grundlegend — für komplexe Fälle empfehle ich Taxdoo zusätzlich.

Amazon FBA (Fulfillment by Amazon): Wenn Amazon Waren in EU-Lagern lagert (z.B. Deutschland, Polen, Tschechien), entstehen steuerliche Registrierungspflichten in diesen Ländern. Das ist kein SevDesk-Thema mehr — das ist Taxdoo-Terrain.

Die SevDesk Amazon-Integration

SevDesk bietet eine direkte Anbindung an Amazon Seller Central:

Was automatisch importiert wird:

  • Verkaufserlöse (nach Marketplace)
  • Amazon Selling Fees (Verkaufsprovisionen)
  • FBA-Lagergebühren
  • Erstattungen und Rücksendungen
  • Werbeausgaben (Amazon PPC)

Buchungslogik:

  • Verkaufserlöse → Umsatzkonto (z.B. 8400 bei SKR03)
  • Amazon Fees → Betriebsausgaben (z.B. 6890 Sonstige Kosten)
  • Erstattungen → Stornobuchung gegen ursprünglichen Umsatz

Wichtig: Amazon Fees und Reverse Charge
Amazon Ltd. ist ein EU-Unternehmen (Luxemburg). Gebühren unterliegen § 13b UStG (Reverse Charge): Sie schulden die deutsche Umsatzsteuer auf die Fees selbst — aber können sie gleichzeitig als Vorsteuer abziehen. Net-Effekt null, aber buchhalterisch muss es korrekt erfasst sein.

SevDesk kann das automatisch buchen, wenn Amazon als „EU-Lieferant“ konfiguriert ist.

Die SevDesk Shopify-Integration

Für Shopify-Händler gibt es eine direkte Integration:

Was importiert wird:

  • Bestellungen mit Kundendaten
  • Zahlungseingänge (Stripe, PayPal, Klarna)
  • Rücksendungen und Erstattungen
  • Shopify Payments Gebühren

Buchungslogik:
Jede abgeschlossene Bestellung wird als Ausgangsrechnung in SevDesk angelegt. Zahlungen werden dem Bankkonto zugeordnet. Offene Posten werden automatisch als bezahlt markiert, wenn der Geldeingang auf dem Bankkonto erscheint.

USt-Voranmeldung für Online-Händler in SevDesk

Die monatliche Voranmeldung enthält für Online-Händler typischerweise:

  • Kennziffer 81: Deutsche Umsätze 19%
  • Kennziffer 21: Innergemeinschaftliche Lieferungen (§ 6a UStG, 0%)
  • Kennziffer 67: USt auf EU-Einkäufe (§ 13b UStG) = Reverse Charge
  • Kennziffer 41: Steuerfreie Ausfuhrlieferungen (§ 4 Nr. 1a UStG, Drittländer)

SevDesk befüllt alle diese Kennziffern automatisch, wenn die Buchungen korrekt kategorisiert sind.

Mein Workflow-Empfehlung für Online-Händler

Bis 10.000 € EU-Umsatz (außer Deutschland): SevDesk allein

  • Amazon + Shopify Integration aktivieren
  • Monatliche Voranmeldung via ELSTER
  • Quartalsweise DATEV-Export an Steuerberater

Ab 10.000 € EU-Umsatz (außer Deutschland): SevDesk + Taxdoo

  • Taxdoo übernimmt OSS-Compliance und EU-Steuermeldungen
  • SevDesk bleibt für deutsche Buchführung und DATEV-Export

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[IMAGE: E-Commerce Setup mit Amazon, Shopify und Buchhaltungssoftware auf mehreren Screens, NO PEOPLE]

KW

Klaus Weber

Buchhalter, Munchen

15 Jahre Erfahrung als Buchhalter — von DATEV bis Cloud-Losungen.

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